Man müsste nochmal zwanzig sein...

Als ich aus der Schule entlassen wurde, stand für mich fest, dass ich Fotograf werden wollte. Mein Vater hatte dafür allerdings kein Verständnis. "Das ist doch kein seriöser Beruf...", meinte er. Damals gab es noch nicht so viel Fotozeitschriften wie heute, im Grunde genommen gab es nur eine, und zwar das Fotomagazin. Auf der letzten Seite erschien jeden Monat die Kolumne von Herbert Rittlinger "Der Akt des Monats". Vielleicht hat das meinen Vater skeptisch gemacht. Er bot mir aber einen hervorragenden Kompromiss an: Ich machte eine Ausbildung zum Drogisten und war in der Foto-Drogerie Wolfgang Wagener in Krefeld-Uerdingen ganz nah an der Fotografie. Im Einzelhandel gab es eine Preisbindung, so dass auch kleinere Geschäfte beim Verkauf von Fotoapparaten konkurrenzfähig waren. Mit Begeisterung habe ich den Kunden neue Modelle vorgeführt. Vielleicht kommt daher meine Begeisterung für die Fototechnik.

Wenn ich heute 20 Jahre alt wäre, würde ich einen Bachelorstudiengang studieren. Hier in Nordrhein-Westfalen gibt es hervorragende Angebote. Mein Favorit sind die Fachhochschulen Bielefeld und Dortmund. Vor der Zulassung zum Studium erfolgt eine Eignungsprüfung. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen eine Mappe mit eigenen Arbeiten einreichen. Eine solche Mappe sollte 5 bis 8 Fotos zu einem bestimmten Thema enthalten. 

Was hat das mit Heimat zu tun?

Wenn ich eine Mappe für eine Bewerbung zusammenstellen müsste, würde ich darin Fotos zum Thema Heimat zeigen. Dieses persönliche Projekt verfolge ich schon einige Jahre.