Der Leica-Virus


Der Leica-Virus erwischte mich kurz vor meinem 60. Geburtstag. Als Geburtstagsgeschenk habe ich mir die Leica M 9 gekauft. Die anfängliche Begeisterung hat bis heute angehalten. Es ist ein schönes Gefühl, ein solches Präzisionsgerät in der Hand zu halten. Das geht nicht nur mir so.

So berichtet Varvara Stepanova, die Frau des berühmten Fotografen Alexander Rodtschenko, in ihrem Tagebuch am 25. November 1928:


„Wir haben eine Leica gekauft. Ich kann es kaum glauben. Wir sind ganz aufgeregt... Rodtschenko ... ist sehr glücklich ... Es macht so viel Vergnügen an die Leica zu denken ... Ich setze mich einen Moment hin, nur um sie zu bewundern. Sie stand den ganzen Tag auf seinem Tisch. Erst als der Abend einbrach, lud er sie und machte eine Testaufnahme. Er entwickelt sie jetzt."


Vier Jahre zuvor kam die erste Kleinbildkamera der Firma Ernst Leitz aus Wetzlar auf den Markt. Die kleine Kamera mit ihrem für die damalige Zeit sehr lichtstarkem Objektiv revolutionierte die Fotografie.  


Wie funktioniert eine Leica?


Eine Leica M (egal ob analog oder digital) ist eine so genannte Messsucherkamera. Wie eine solche Kamera funktioniert, ist bei Wikipedia kurz und prägnant erklärt:


"Eine Messsucherkamera ist ein Fotoapparat, dessen optischer Sucher mit einer Scharfeinstellhilfe ausgestattet ist, die mit der Entfernungseinstellung des Objektivs gekoppelt ist. Dieser Entfernungsmesser ist meist als Schnittbild- oder Mischbildentfernungsmesser ausgeführt. Kameras, die die Verwendung von Wechselobjektiven unterstützen, bieten meist auch eine Anpassung des Sucherbilds an die Brennweiten der Objektive. Dies geschieht in den meisten Fällen durch das Einblenden von Leuchtrahmen in das Sucherbild. Passend zur jeweiligen Brennweite zeigen die Rahmen die Begrenzung der Aufnahme an."


Wie man mit einer Leica und dem Messsucher richtig fokussiert, erklärt Patrick Ludolph in seinem Blog Neunzehn72 (den ich sehr empfehle) in einem Video