Der Leica-Virus


Der Leica-Virus erwischte mich kurz vor meinem 60. Geburtstag. Meine Lebensversicherung wurde fällig, und ich hatte das nötige "Kleingeld" für eine solche Kamera. Als Geburtstagsgeschenk für mich habe ich am 14. April 2014 einem Berufsfotografen aus Duisburg seine Leica abgekauft. Es war eine M 9 im neuwertigen Zustand, für die ich – zusammen mit dem Objektiv Zeiss Biogon 2/35 mm – 3.700 € bezahlt habe. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht ahnen, dass die Kamera nur knapp ein Jahr in meinem Besitz bleiben sollte. 

Die Frau von Alexander Rodtschenko, Varvara Stepanova, berichtet in ihrem Tagebuch am 25. November 1928:


"Wir haben eine Leica gekauft. Ich kann es kaum glauben. Wir sind ganz aufgeregt... Rodcenko ... ist sehr glücklich ... Es macht so viel Vergnügen an die Leica zu denken ... Ich setze mich einen Moment hin, nur um sie zu bewundern. Sie stand den ganzen Tag auf seinem Tisch. Erst als der Abend einbrach, lud er sie und machte eine Testaufnahme. Er entwickelt sie jetzt."