"Seriell denken und arbeiten"

empfehlen Heidi und Robert Mertens in ihrem Buch "Inspiration" (Bonn: Rheinwerk Verlag 2020) und schreiben dazu auf Seite 67:


"Viele Fotografen denken hauptsächlich in Einzelbildern - hier ein schönes Motiv, dort eine interessante Begegnung. Oft entstehen diese Aufnahmen ohne ein zusammenhängendes Bildkonzept und bleiben damit für sich - ihnen fehlt die gemeinsame Klammer, der 'rote Faden'. 

Bilder, die einem 'roten Faden' folgen, haben immer einen seriellen Charakter. Er zeigt sich in einem gemeinsamen Thema, einer besonderen Komposition, Bildsprache oder Dramaturgie.

Diese Merkmale bilden den roten Faden, der die Bilder einer Serie miteinander verbindet."


Besonders ausgeprägt ist der "rote Faden", den Heidi und Robert Mertens erwähnen, bei den Projekten. Sie sind auf einen längeren Zeitraum angelegt und ich arbeite regelmäßig, aber auch mit teilweise längeren Unterbrechungen an den Inhalten. Die Wahl der Projektthemen hängt gewiss mit meiner Biografie zusammen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

<<< Foto: Inge Mokros

 

Projekt eins: RuhrAnsichten

Zur Zeit des ersten Lockdowns während der COVID 19 - Pandemie, als wir unsere geplanten (Foto-) Reisen absagen mussten, haben meine Frau und ich regelmäßig Fotoausflüge in die nähere Umgebung unseres Wohnorts Duisburg unternommen. Wir begannen mit Spaziergängen "vor unserer Haustür" und gelangten damit zwangsläufig an die Ruhr, die bei Duisburg-Ruhrort in den Rhein fließt. Wie dehnten unsere Ausflüge immer mehr in Richtung Osten (Mülheim, Essen, Bochum) aus und mir kam die Idee, den kompletten Verlauf des ca. 220 km langen Flusses zu dokumentieren, der einer ganzen Region den Namen gegeben hat.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

<<< Duisburg, Fußgängerzone am 3. Oktober 2001

 

Projekt zwei: DUISBURG - Porträt einer Stadt 

Seit 2009 leben meine Frau und ich in Duisburg. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Als "Neubürger" wurden wir oft gefragt: "Waren Sie schon im Innenhafen?". Die Duisburger sind zu Recht stolz auf dieses "Innenstadtjuwel",  aber Duisburg hat sieben Stadtbezirke, die allesamt (auch fotografisch) viel zu bieten haben. Da lag der Gedanke an ein Landzeitporträt nah. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

<<< Am 14. April 2018 bei Xanten am Niederrhein

 

Projekt drei: Niederrheinische Landschaft

Geboren wurde ich im Jahr 1954 in Uerdingen am Rhein. Meine Kindheit verbrachte ich in Linn. Beides sind Stadtteile von Krefeld. Zum Niederrhein habe ich deshalb eine besondere Beziehung. Bei dem Wort denke ich an Weiden und lesen, die ab und zu von kleinen Wäldchen unterbrochen werden. Auch der Blick in die weite Landschaft mit einzelnen großen Bauernhöfen gehört für mich dazu. Ein typischer Niederrheiner ist für mich Hanns Dieter Hüsch ("Man muss nur am Niederrhein aufgewachsen werden, alles andere ergibt sich von selbst."). Er hat die Texte zu zwei Bildbänden des Fotografen Norbert Schinner geschrieben. Die Fotos und die Texte haben mich sehr inspiriert. 

Hanns Dieter Hüsch/Norbert Schinner: Zuhause. Gedanken-Bilder vom Niederrhein, Duisburg: Mercator-Verlag, 3. Aufl. 1991.

Hanns Dieter Hüsch/Norbert Schinner: Sach ma nix. Unser Niederrhein - eine Reise in Geschichten und Bildern, Moers: Brendow-Verlag, 2. Aufl. 2001.