Erinnerungen, Erfahrungen, Gefühle

Heidi und Robert Mertens schreiben zur Bedeutung der Persönlichkeit des Fotografen in ihrem Buch "Inspiration" (Bonn: Rheinwerk Verlag 2020) auf Seite 56:


"Die Entwicklung einer eigenen Bildsprache ist eng an die Persönlichkeit des Fotografen gebunden - seine individuellen Erfahrungen, Erinnerungen, Gefühle, Gedanken und Visionen."


Erinnerung I

Diese Fotos habe ich 1970 als 16jähriger mit meiner ersten Spiegelreflexkamera gemacht. Sie wurden auf Diafilm Agfa CT 18 aufgenommen und später gescannt. Zwei habe ich in schwarzweiß umgewandelt. Ausgesucht habe ich die Fotos, weil für mich im Rückblick zu erkennen ist, Das hier schon Grundzüge meiner späteren "Bildsprache" sowie meine Vorliebe für bestimmte Motive zu erkennen ist.

Erinnerung II

Die folgenden Fotos entstanden ein Jahr später. Sie wurden in Gengenbach (Schwarzwald) aufgenommen. Mit meiner damaligen Freundin (und heutigen Ehefrau), meinem Bruder und einem Freund habe ich in einem Dorf in der Nähe Urlaub gemacht.

Die folgenden Fotos habe ich fast 50 Jahre später in Gengenbach gemacht. Diesmal mit der Leica Monochrom und dem Summarit 2.4/35 mm ASPH.

Erinnerung III

Als Kinder waren wir wir oft mit meinem Vater am Uerdingen Rheinufer und auch Krefelder Hafen unterwegs, der auf Linner Gebiet liegt. Wenn wir unseren Vater auf die Verbotsschilder aufmerksam machten, sagte er: "Wenn jemand kommt, sagen wir, dass wir hier Fässer zählen müssen." Später habe ich dann oft am Rhein fotografiert. Auch heute noch hat der Rhein und der Duisburger Hafen einen großen Reiz für mich.

Bei einer Fototour im Jahr 1971 fotografierte mich meine damalige Freundin (und jetzige Frau Inge) im Krefelder Rheinhafen. Aus dieser Zeit stammen auch die folgenden Fotos.

Diese Fotos habe ich fast 50 Jahre später aufgenommen:

Versuch eines Fazits

Aus den vergangenen Jahren könnte ich noch mehr solcher Kombinationen zusammenstellen. Es ist kein Zufall, dass sich meine Fotos über viele Jahre hinweg ähneln. Bei vielen Fotos die ich heute mache, kommt erlebe ich beim Blick durch den Sucher - der im englischsprachigen Raum treffender Finder genannt wird - das Gefühl der Erinnerung. Es ist ein schönes Gefühl und ich denke: "So war es, so ist es nicht mehr, aber es ist trotzdem so wie damals."